Die Börse: rational oder Wettbüro?

Die Börsen sind weder völlig irrational „nur ein Wettbüro“ noch völlig rational. Sie durchlaufen einen evolutionären Prozess. Der verhält sich überwiegend effizient rational und stabil als „Radom Walk“ und in kürzeren Phasen ineffizient irrational und instabil mit vorhersehbar volatilen Trendmustern.

Diese wiederkehrenden ineffizienten Phasen treten seit der Zinswende Anfang 2022 vermehrt auf. Die Marktteilnehmer werden dann bekanntlich unsicherer, was danach kommen wird, und daher mehr durch gleiche Verhaltensfehler, z.B. des Herdentriebs, verstärkt durch gleiche Emotionen der Angst und Gier, getrieben. Diese können durch reine Krisenalpha-Strategien, u.a. der klassischen Trendfolge mit Managed Futures, systematisch ausgebeutet werden.

Dieses Jahr bis 8. August schon mit Gewinnen des Leitindex SG Trend von rund 30 % in USD, in EUR noch über 10 % mehr. Damit konnten reale Verluste von Finanzanlagen wegen Börsenrückgängen und Inflation gut kompensiert werden. Die resultierende, wesentlich gleichmäßigere dennoch aktienähnlich profitabel zu erwartende Wertentwicklung hilft, meistens vermögensschädliche eigene Emotionen aus Anlageentscheidungen zu verbannen.

Die ergiebigsten Trends ergaben sich an vielen Rohstoffmärkten, von der stark steigenden Inflation angetrieben, sowie beim steigenden US-Dollar – da Fluchtwährung gegenüber Euro und den meisten anderen Währungen – und bei steigenden Zinsen. Auch die deswegen stark fallenden Anleihen konnten von Trendfolgern über Short-Postitionen an den Terminmärkten im wahrsten Wortsinn in Gewinne umgemünzt werden, siehe folgendes Bild. Fallende Aktienindizes weniger gut, weil deren Abwärtstrends volatiler und daher weniger gut nutzbar waren.

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Kursentwicklung von SG Trend, MSCI ACWI brutto, USD / EUR, Lyxor Commodity CRB Index, Global Government Bond Index, jeweils in US-Dollar Quellen: Société Générale, MSCI, Yahoo, comdirect

Der international anerkannte Finanz-Prof. Andrew Lo hat das durch die integrierte Kapitalmarkttheorie „Adaptive Markets Hypothesis“ (AMH oder EMH 2.0) für alle Marktphasen wissenschaftlich fundiert, da die Effizienzmarkthypothese (MH 1.0) ja nur effiziente Marktphasen beschreiben kann. Zu finden in seinem empfehlenswerten Buch „Adaptive Markets: Financial Evolution at the Speed of Thought“ und im noch empfehlenswerteren gleichnamigen Video

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