Warum ich bei Democratic Alpha mitmache

Ich habe den „üblichen“ Anlegerweg hinter mir: 

  1. Die ersten zehn Jahre: Aktiv handeln an der Börse – also Chancen ergreifen, indem ich jedem Gerücht hinterherlaufe und mit meinem unglaublichen Research (Focus Money, Euro und diverse Web-Sites und Foren) die Profis dieser Welt schlage. 
  2. Die zweiten zehn Jahre: Rein passiv mit ETFs kostengünstiges und breit diversifiziertes Buy & Hold betreiben. 

Nun geht es in die dritte Dekade und ich bin eigentlich nach wie vor ganz zufrieden mit meinem ETF-Depot. Nun, man wird nicht jünger; die Rente rückt näher und man stellt fest: Kursschwankungen, die man einst kaltlächelnd abperlen ließ, werden nun doch irgendwie bedrohlich. 

Kein Problem! Dafür gibt es die bewährte Regel: Hundert minus Lebensalter gleich Aktienanteil. Der Rest in Anleihen. Also umschichten. 

Mein Problem als Anleger, Ehemann und Familienvater: Der Niedrigzins. Jeden Euro, den ich umschichte liefert keine Rendite mehr. Und die deutsche Staatsanleihe ist auch nicht mehr das, was sie mal war. 

Als Europäer finde ich es gut, dass Hamburg / München und Hamburg / Madrid Inlandsflüge sind. Aber als Anleger bedeutet das: Eine deutsche Staatsanleihe nennt man besser: Europäische Staatsanleihe mit deutschen Wurzeln. In jeder deutschen Staatsanleihe steckt auch ein bisschen Paella und Chianti und Baguette… 

Will ich das wirklich als Stabilitätsanker für mein Depot? Ist es klug, in dieser Zeit Gläubiger zu sein? 

In der Corona-Krise haben wir alle gesehen, wie schnell wir – unfreiwillig – zu Gläubigern wurden. Und dann? Böse Mails schreiben, anrufen, mit dem Rechtanwalt drohen, hoffen und beten? In der Krise haben Gläubiger kein schönes Leben. 

Ende 2019 trat Norbert in mein Leben. Ich blogge als Finanzwesir auf meinem gleichnamigen Blog seit 2014 über das Thema private Finanzen. Seit einigen Jahren haben sich meine Leser in regionalen Gruppen organisiert. Norbert besucht regelmäßig die Treffen der Ludwigsburger Gruppe. So haben wir uns kennengelernt. 

Norbert ist ebenfalls Ingenieur und vermehrt seit gut 20 Jahren die Familienfinanzen. Genau wie ich wurde ihm von der Finanzindustrie übel mitgespielt. Also fing er – wie ich – an, sich schlau zu machen und selbst aktiv zu werden. 

Norbert hat mir eine Anlageklasse vorgestellt, die ich bis jetzt noch nicht kannte: Trendfolge mit Managed Futures. Zuerst war ich sehr skeptisch. Nie davon gehört, kann das überhaupt funktionieren? Ein Fall für § 6 des kölschen Grundgesetzes: 

„Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet“

Also: Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit. Doch leider löst Ignoranz das Anleihenproblem nicht. Und Norbert versichert glaubhaft, er könne helfen. 

Also gut, von Ingenieur zu Ingenieur: Schau’n mer mal. Ich habe mich eingelesen, Netflix gegen Youtube-Videos eingetauscht und Podcasts gehört, deren Existenz mir bis vor einem halben Jahr nicht bekannt war. 

Was soll ich sagen: Je tiefer ich gebuddelt habe, umso goldhaltiger wurde die Ader. Ich bin vom ETF-Saulus zum Alpha-Paulus geworden. 

Ich bin davon überzeugt, dass sich mit Hilfe der Trendfolge die Schwankungen im Depot deutlich verringern lassen. Trendfolge ist aber nicht die eierlegende Wollmilchsau, sondern hat ihre eigenen Tücken. Wie gesagt: Geschenkt gibt es nichts an den Börsen. 

Für mich ist diese dynamische Strategie – bei der Schwankungen nicht durch statische Elemente verwässert werden, sondern aktiv gekontert werden – eine Chance meiner Familie die Rendite zu bieten, die wir brauchen und dabei gleichzeitig die Schwankungen des Depotwertes zu reduzieren. 

Grundsätzlich wäre es mir lieber, Herr Blüm hätte recht gehabt. Die Rente ist sicher und wir verdienen uns mit Festgeld noch ein paar Euro dazu. Aber wir leben in einer volatilen Wert. Da kommt man mit statischen Ansätzen nicht weit. Davor kann ich als verantwortungsvoller Anleger meine Augen nicht verschließen. Und deshalb habe ich mich mit Norbert, Wesselin und Parichat zusammengetan und Democratric Alpha gegründet. 

Als Finanzwesir liegt mir das Thema „finanzielle Bildung“ am Herzen. Alpha-Fonds sind am Anfang ein gruseliges Konzept, das schwer zu fassen ist. Ich erinnere mich noch gut an meine Skepsis am Anfang. Aber der Weg ist es wert und ich sehe es als meine Aufgabe an, nützliche Altersvorsorgekonzepte wie Trendfolge und Long Volatility in Deutschland populär zu machen. 

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